Re: Warum gibt es so wenig junge Rocker?

Der Mann im Rock

Geschrieben von Werner am 11. Dezember 2011 09:31:56:

Als Antwort auf: Warum gibt es so wenig junge Rocker? geschrieben von Christian am 04. Dezember 2011 18:13:39:

Hallo,

ja, ich sehe auch kaum Männer auf der Strasse, die Röcke tragen, wenn dann wirken insgesamt eher flippig.

Nach wie vor würde ich es begrüßen, wenn eher bürgerlich wirkende Männer Röcke tragen.

Ich sehe bei uns eine Entwicklung in der Gesellschaft überhaupt dahin gehend, dass "man" in den Grundlagen gesellschaftlicher Erwartungshaltung dem "mainstream" entsprechen möchte.

Innerhalb des "mainstream" kann ein Mann ruhig mal etwas Ungewöhnlicheres ausprobieren, ohne Schlimmes befürchten zu müssen.

Beispiel: vor vielen Jahren trat der Komiker Wiegald Boning in außerordentlich schrägen Anzügen auf (dies tut er schon einige Zeit nicht mehr); damit bot er ein für einen Mann ungewöhnliches Erscheinungsbild, aber er blieb damit innerhalb der grundsätzlichen Erwartungshaltung gegenüber Männern nach dem Motto; ein Mann gehört in eine Hose.

Wenn Boning in einem Rock aufgetreten wäre, wäre er sicher anders in der öffentlichen Diskussion gewesen.

Anderes Beispiel: auf einem Marktpklatz stehen eine in 5 schrillen Farben gekleidete Frau (sie vielleicht sogar in Verbindung mit einer Hose) und wenige Meter entfernt ein Mann im langweiligen schwarzen Rock.

wer fällt mehr auf? Ich denke, jeder weiß die Antwort, wie sie von der Logik her ausfallen müsste und wie sie tatsächlich ausfällt.

Nach der üblichen Erwartungshaltung dürfen Frauen alles an Mode mal ausprobieren, Männer sind da erheblich eingeschränkt.

Ich habe schon häufiger gehört, dann Männern, die in einer Pafümerie arbeiten, Homosexualität unterstellt wird. Männer und Frauen werden Bereiche zugebilligt; wenn ein Mann einen "gebilligten" Bereiche verlässt, kommen wüste Spekulationen auf, wie sie gegenüber einer Frau undenkbar wären

Nach dem Klischee werden einer Frau alle Möglichkeiten ihre Stimmungslage, ihr Empfinden nach außen zu zeigen "erlaubt", während ein Mann in dieser Hinsicht einem sehr schmalen "Standard" unterworfen ist.

Wenn, wie ich vermute, 99,9% der Männer in Deutschland Hosen tragen, so ist dies für mich der Ausdruck von Angst, gesellschaftlich ausgegrenzt zu sein.

Beispiel Jugendliche:

Diese für Eltern schwierigen Gespräche, wenn ein Jugendlicher drängelt, Markenkleidung tragen zu müssen oder Turnschuhe von bestimmten Firmen, kenne ich Gott sei Dank aus meiner gesamten Schulzeit nicht.

Darin zeigt sich auch eine völlige Fehlentwicklung des Sozialstaats: die Sozialbürokratie wird immer und das politische aufgemotzte Reden über Geschlechterfragen (Benachteiligung) größer, und die unmittelbare Mitmenschlichkeit im Alltag immer weniger.

Haben in den 60er und 70er Jahren Mädchen vielleicht noch nicht so betont "cool" über Sexualität und Körperlichkeit geredet, aber z. B. im Turnunterricht viel häufiger enge Gymnastikanzüge getragen, was ja auch zumindest bei der Gymnastik Sinn macht und damit ihren Körper im Grunde mutiger gezeigt,

ist das Mundwerk seit vielen Jahren sicher größer und "cooler" geworden, das tatsächliche Erscheinungsbild im Turnunterricht viel verklemmter, eher schlabberig sitzende Hosen, höchstens eine Gymnastikhose.

Auch hier zeigt sich eine widersprüchliche Entwicklung.

Es gilt:

Mut zur Einzigartigkeit des Menschen; die geistige Welt (Gott in universellen Sinne) hat keine Gleichheit unter den Menschen vorgesehen, dennoch ein Zusammenleben von Menschen.

Ich erinnere an ein Geschichte (Text nicht mehr vorhanden) von Ferdi über die Einzigartigkeit des Menschen, wo es sinngemäß heißt:

der Schnee bildet eine homogene Masse, aber jede Schneeflocke einzeln betracht bietet in Form und schimmerndem Farbrand ein bestaunenswertes Bild der Einzigartigkeit.


Viele Grüße

Werner




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